Fuzzy Set QCA

Fuzzy Set QCA. Eine Einführung in die Methodologie der Qualitative Comparative Analysis (QCA) von Charles Ragin

Vortrag von Peggy Terletzki im Kolloquium des Frankfurter Instituts für Transformationsstudien an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/ O., Logenstr. 12, Raum 120, DI 28.01.2014 um 16.00 Uhr

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Abs­tract: Bei der Erhe­bung, Aus­wer­tung und Inter­pre­ta­ti­on qua­li­ta­ti­ver Daten im Rah­men einer wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­ar­beit oder einer Pro­jekt-Eva­lua­ti­on stellt sich ange­sichts klei­ner oder mitt­le­rer Fall­zah­len regel­mä­ßig die Fra­ge nach einer vali­den und aus­sa­ge­kräf­ti­gen sta­tis­ti­schen Metho­dik. Hier bie­tet sich die von Charles Ragin her­aus­ge­ar­bei­te­te Metho­de der Qua­li­ta­ti­ve Com­pa­ra­ti­ve Ana­ly­sis (QCA) — heu­te eher als Con­fi­gu­ra­tio­nal Com­pa­ra­ti­ve Ana­ly­sis bezeich­net — an. Es gibt drei For­men von QCA, mein Vor­trag führt in die Vari­an­te Fuz­zy Set QCA ein.

For­mal-logisch basiert QCA auf der Bool'schen und Fuz­zy Alge­bra. Kau­sal­be­zie­hun­gen wer­den dem­nach als Men­gen­be­zie­hun­gen und nicht als sto­chas­ti­sche Bezie­hun­gen ver­stan­den. Die Metho­de zielt dar­auf ab, die not­wen­di­gen und hin­rei­chen­den Bedin­gun­gen für ein beob­ach­te­tes Ereig­nis oder Phä­no­men (Out­co­me Y, für Y=1) zu bestim­men. Die Kau­sal­be­zie­hun­gen zwi­schen den Bedin­gun­gen X (für X1-Xn) und einem Out­co­me Y sind deter­mi­nis­tisch, asy­me­trisch und nicht-line­ar. Im Gegen­satz zur sto­chas­ti­schen Ana­ly­se von Daten (Regres­si­ons-, Vari­anz- und Fak­tor­ana­ly­se oder Zeit­rei­hen­ana­ly­se) müs­sen die Bedin­gun­gen nicht unab­hän­gig von­einander sein. Es kön­nen meh­re­re Kon­fi­gu­ra­tio­nen von Bedin­gun­gen zum Out­co­me Y füh­ren (Äqui­fi­na­li­tät). Eine Kon­fi­gu­ra­ti­on ist die kau­sal rele­van­te Kom­bi­na­ti­on von Bedin­gun­gen eines Falls. Die Qua­li­tät der her­aus­ge­ar­bei­te­ten Lösungs­for­meln der für die Ent­ste­hung des Out­co­mes rele­van­ten not­wen­di­gen und hin­rei­chen­den Bedin­gun­gen läßt sich mit Hil­fe des Kon­sis­tenz- und Abde­ckungs­ma­ßes kon­trol­lie­ren (Vali­di­tät).

Der gro­ße Vor­teil von Fuz­zy Set QCA liegt in der Kom­bi­na­ti­on von ana­ly­ti­scher Tie­fe der qua­li­ta­ti­ven For­schung mit der ana­ly­ti­schen Brei­te quan­ti­ta­ti­ver For­schung. Mit Fuz­zy Set QCA kann neben der ver­glei­chen­den Ana­ly­se jeder Fall indi­vi­du­ell beschrie­ben und die empi­risch vor­ge­fun­de­ne sozia­le Kom­ple­xi­tät bei­be­hal­ten wer­den.

Mein Vor­trag rich­tet sich an Wis­sen­schaft­le­rIn­nen und Bera­te­rIn­nen, die ein Instru­ment an die Hand bekom­men wol­len, mit dem sie qua­li­ta­ti­ve Daten vali­de und aus­sa­ge­kräf­tig aus­wer­ten kön­nen.

Die Teil­nah­me ist kos­ten­frei. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm des FIT-Kol­lo­qui­ums im Win­ter­se­mes­ter 2013/2014 gibt gern Susann Worschech: worschech[ätt]europa-uni.de

Euro­pa-Uni­ver­si­tät Via­d­ri­na  | Frank­fur­ter Insti­tut für Trans­for­ma­ti­ons­stu­di­en

Vorbereitende Lektüre:

Kron, Tho­mas (2005): Fuz­zy-Logik für die Sozio­lo­gie, In: Öster­rei­chi­sche Zeit­schrift für Sozio­lo­gie 30 (3), 51 – 88

Katz, Aaron / vom Hau, Mat­thi­as / Maho­ney, James ( 2005): Exp­lai­ning the Gre­at Rever­sal in Spa­nish Ame­ri­ca: Fuz­zy-Set Ana­ly­sis Ver­sus Regres­si­on Ana­ly­sis, In: Socio­lo­gi­cal Methods Rese­arch 33 (4), 539 – 573